Biographie
„Deklamatorische Klarheit, stilistische Reinheit und technische Leichtigkeit“ - mit diesem Dreiklang beschreibt ein Rezensent die Qualitäten der Sopranistin Marie Luise Werneburg bei einer Aufführung von Kantaten beim Bachfest Leipzig 2025 unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner.
Als Spezialistin für die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts - insbesondere des Kantaten- und Passionswerkes Johann Sebastian Bachs - gehört sie weltweit zu den gefragtesten Solistinnen ihres Faches. Dabei verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Sir John Eliot Gardiner, Philippe Herreweghe, Rudi Lutz oder Hans-Christoph Rademann. Führende Ensembles auf dem Gebiet der Alten Musik wie Collegium Vocale Gent, die Nederlandse Bachvereniging, die Bachstiftung St. Gallen, das Freiburger Barockorchester, Weser Renaissance Bremen, Musica Fiata Köln oder Continuum Berlin sind dabei ihre Partner.
Die enge Verbindung von inhaltlich präziser Deklamation und farbreichem, stimmlichem Ausdruck ist ihr dabei steter Anspruch wie Herausforderung im Bemühen um stilgerechte Interpretationen.
Marie Luise Werneburgs künstlerisches Schaffen ist auf über 50 Ton- und Bildaufnahmen dokumentiert. In ihrer umfangreichen Diskographie finden sich auch eigene Liedprojekte, wie z.B. Erstaufnahmen von Liedern des Dresdner Komponisten Johann Gottlieb Naumann mit dem Hammerpianisten Sebastian Knebel oder „Diaphenia“, eine Sammlung englischer Liebesliedvertonungen aus drei Jahrhunderten.
Mit musikalisch-theologischem Hintergrund in einem Dresdner Pfarrhaus aufgewachsen, studierte Marie Luise Werneburg Kirchenmusik und Gesang in Dresden und Bremen. Sie lehrte als Dozentin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin und gab Meisterkurse in Tokio/Japan.
Wenn sie nicht singt, findet Marie Luise Werneburg Ausgleich und Inspiration in der Kunst von William Morris und John Singer Sargent, in der Literatur von Haruki Murakami und in der Naturschönheit ihres Hofes in der Prignitz, den sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern bewohnt.